Über

Der Name „Culture Mondial“ ist Programm. Wir beschäftigen uns mit den Kulturen der Welt. Unser Ziel ist es, den nicht-materiellen Reichtum dieser Erde zu schützen, zu bewahren und darüber zu informieren.

Dies gelingt u.a. durch Publikationen, internationale Projekte, die Vertretung von KünstlerInnen und die Vermittlung von authentischen, nachhaltigen und verantwortungsbewussten Reisen.

 

Motivation für dieses Projekt

Ich wurde im sächsischen Riesa geboren. Nach der Grenzöffnung fuhren unsere Eltern mit uns Kindern sehr viel ins Ausland und weiteten unseren Blick für die tolle Vielfalt an Menschen, Charakteren, Geschmacksrichtungen, Landschaften, Geschichte, Luft und Atmosphäre. Seit ich 14 Jahre alt war reiste ich einmal jährlich allein ins Ausland – zum Besuch von FreundInnen und Familie, oder beispielsweise für ein selbst organisiertes Schulpraktikum mit 15 in Paris.

Mit dem Bewusstsein, Menschen und Kulturen besser zu verstehen, wenn man ihre Sprache beherrscht, entschloss ich mich sehr früh, Sprachen zu studieren. Erst später wurde klar, dass ich nicht alle Sprachen der Welt können konnte, sodass ich mich für das Studium der Romanistik auf Französisch und Portugiesisch spezialisierte.

Sprache konserviert die Kultur und Geschichte eines Volkes. Eine Muttersprache ist für mich Ausdruck der eigenen Identität und spiegelt gleichzeitig die Werte und Eigenschaften ihres Kulturkreises wider. Die Verwendung meines obersächsischen Dialekts aus Riesa (neben Hochdeutsch) bedeutet für mich daher Geborgenheit, Heimat und Intimität. Wieviel man doch über seinen Gegenüber lernt, wenn man dessen Muttersprache versteht.

Studium

Von 2008 bis 2014 absolvierte ich ein Bachelor- und Masterstudium der Romanistik (Französistik und Lusitanistik) an der Universität Leipzig und der Universidade de Lisboa. Meine Schwerpunkte lagen auf externen Sprachfaktoren in den Bereichen Varietätenlinguistik, Kulturstudien und Sprachgeschichte. In den Seminaren zu Sprach- und Kulturwissenschaften setzte ich mich des Weiteren mit Film, Theater, Literatur und Architektur der frankophonen und lusophonen Länder auseinander. Im Mittelpunkt der Sprachpraxis standen für mich Übersetzungsarbeiten. Das Thema meiner Bachelorarbeit (2011) war ein Vergleich der Sprachsituation auf Haiti und Kap Verde. Meine Masterarbeit (2014) verknüpfte die Bereiche Minderheitensprachen und Sprachpolitik und thematisierte die Zweisprachigkeit in dem Atikamekw-Reservat Manawan (Kanada). Seit 2015 arbeite ich an einer Dissertation zur (Sprach-)Geschichte der Atikamekw.

Berufserfahrung

Mein erstes Praktikum absolvierte ich im Alter von 15 Jahren in Paris bei einer privaten Versicherungskanzlei. In den Folgejahren kamen viele weitere Praktika und Nebenjobs hinzu, wie im Projektmanagement am Flughafen Frankfurt am Main oder im Organisationsbüro der Stepptanz- und Showdance-Weltmeisterschaften. Von 2012 bis 2016 war ich wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Romanistik der Universität Leipzig. Derzeit assistiere ich der Professorin für frankophone und italienische Sprachwissenschaft in Leipzig.

Seit 2012 bin ich freiberuflich als europäische Tourismusrepräsentantin vor allem indigener Produkte tätig. Seit 2014 arbeite ich außerdem als freie Journalistin.

Themen

Besonders haben mich meine mehrmonatigen Aufenthalte geprägt. Diese habe ich in Frankreich (in Millau als Au-pair-Mädchen), Portugal (in Lissabon als Erasmus-Studentin) und Kanada (in Manawan/Québec für Recherchearbeiten) verbracht. Manawan, ein Dorf der Atikamekw-IndianerInnen, ist dabei zu meiner zweiten Heimat geworden. Während meiner langen Aufenthalte dort wurde ich in die Gemeinde aufgenommen und habe die Kultur, Sprache, Geschichte und heutige Lebensweise der Atikamekw kennen und schätzen gelernt.

Derzeit arbeite ich an einer Dissertation über die Geschichte der Atikamekw First Nation. Diese Doktorarbeit verbindet die Disziplinen Romanistik, Algonkinistik und Digital Humanities.